
Hospiz- und Palliativversorgung weiter ausgebaut
Schwerkranke Menschen brauchen in ihrer letzten Lebensphase verlässliche Begleitung. 2025 baut Wien die Hospiz- und Palliativversorgung weiter aus – mit neuen stationären Plätzen, Tageshospizen und zusätzlichen mobilen Hospizteams.
Die Weiterentwicklung der Hospiz- und Palliativversorgung in Wien folgt den Vorgaben des Hospiz- und Palliativfondsgesetzes. Ziel ist es, Menschen mit komplexem Pflege- und Betreuungsbedarf in ihrer letzten Lebensphase bestmöglich zu begleiten – medizinisch, pflegerisch und psychosozial.
Dafür werden 2025 bestehende Angebote ausgebaut und neue Strukturen geschaffen. Abgestufte Angebote ermöglichen eine Versorgung, die sich am individuellen Bedarf orientiert – und Sicherheit in einer besonders sensiblen Lebensphase gibt. Damit wird nicht nur Versorgung gesichert, sondern auch ein gesellschaftliches Signal gesetzt: Würde und Lebensqualität gelten bis zuletzt.
Stationäre Hospizplätze: Betreuung bis zuletzt
Stationäre Hospize bieten spezialisierte Pflege und Betreuung für Palliativpatient:innen mit hohem Pflege- und Betreuungsbedarf, wenn eine Versorgung zu Hause oder in Pflegeeinrichtungen nicht mehr ausreichend möglich ist. Im Institut Haus der Barmherzigkeit werden in der Seeböckgasse acht Plätze baulich adaptiert und neugestaltet. Mit 1. September 2025 startet dort das stationäre Hospiz „Camillus“.
Wienweit stehen mit Jahresende insgesamt 56 stationäre Hospizplätze zur Verfügung. Damit wird ein wichtiger Schritt gesetzt, um schwerkranken Menschen eine würdevolle Betreuung bis zuletzt zu ermöglichen.
Tageshospize: Struktur, Entlastung und Gemeinschaft
Für mobile Palliativpatient:innen bieten Tageshospize eine wichtige Ergänzung. Sie ermöglichen tagsüber Behandlung, Beratung und Begleitung und entlasten gleichzeitig An- und Zugehörige. Gemeinschaftserlebnisse und therapeutische Angebote helfen, soziale Isolation zu vermeiden und den Alltag zu strukturieren.
Im St. Carolusheim werden sechs Plätze adaptiert und mit 1. Jänner 2025 in Betrieb genommen. Die feierliche Eröffnung des Tageshospizes Aumannplatz der FSW-Partnerorganisation CS Caritas Socialis in Kooperation mit den Borromäerinnen findet Ende Jänner statt. Wienweit stehen 2025 insgesamt 18 Tageshospizplätze von Montag bis Freitag zur Verfügung. Die kontinuierliche Erweiterung dieses Angebots stärkt die Versorgung im häuslichen Umfeld und unterstützt Angehörige spürbar.
Hospizteams: Begleitung, die bleibt
Hospizteams begleiten schwerkranke Menschen und ihre Familien dort, wo sie leben oder betreut werden – zu Hause, in Pflegeeinrichtungen oder im Krankenhaus. Ehrenamtliche Hospizbegleiter:innen schenken Zeit, hören zu und stehen in Zeiten von Krankheit, Abschied und Trauer zur Seite.
2025 wird das Hospizteam des Krankenhauses Göttlicher Heiland als neue FSW-Partnerorganisation aufgenommen. Insgesamt stehen in Wien 25 Hospizteams zur Verfügung. Der derzeit angestrebte Vollausbau liegt bei 56 Teams und ist maßgeblich von der Gewinnung und Ausbildung ehrenamtlicher Mitarbeiter:innen abhängig. Diese Form der Begleitung zeigt, wie wichtig zwischenmenschliche Unterstützung ist – ergänzend zur professionellen Pflege.
Kostenloses Angebot für Trauernde
Um trauernde Menschen zu unterstützen, gibt es seit 2025 das Trauercafé des Mobilen Palliativ- und Hospizteams der FSW Pflege- und Betreuungsdienste. Begleitet wird das kostenlose Angebot, das einmal pro Monat in einem Kaffeehaus im 6. Wiener Gemeindebezirk stattfindet, von haupt- und ehrenamtlich tätigen, in Trauerbegleitung geschulten Mitarbeiter:innen.
Die Idee entstand aus der täglichen Arbeit: Mit dem Tod endet die intensive Betreuung. Für viele An- und Zugehörige bedeutet das oft einen abrupten Übergang in eine Zeit ohne feste Unterstützung, die häufig als leer und orientierungslos erlebt wird.
Das Trauercafé schafft einen niederschwelligen Raum, in dem Trauer nicht erklärt werden muss, und wirkt Rückzug und Isolation entgegen.
Interessant zu wissen ...
Die Hospiz- und Palliativversorgung ist nur ein Angebot von vielen, die der FSW für Menschen mit Pflege- und Betreuungsbedarf bei verschiedenen Partnerorganisationen fördert. Dazu gehören auch Pflege und Betreuung zu Hause, Betreuung in Tageszentren für Senior:innen sowie Wohn- und Pflegeleistungen für Menschen, die nicht mehr allein zu Hause leben können. 2025 nutzen rund 59.510 Personen diese Angebote. Dafür wendet der FSW 1,766 Milliarden Euro auf.