Stabilität im Alltag

Die Existenzsicherung ist ein Kernauftrag der FSW Schuldenberatung. Das Betreute Konto kann Menschen dabei helfen, ihre Fixkosten verlässlich zu bedienen und drohende Wohnungslosigkeit abzuwenden. Doch damit diese Hilfe wirkt, muss sie möglichst früh ansetzen, leicht verständlich und ohne Hürden erreichbar sein. Eine Studie zum Betreuten Konto des Instituts für Höhere Studien (IHS) 2025 macht klar: Was hält Betroffene ab – und was hilft wirklich?

Das Betreute Konto unterstützt Menschen dabei, ihre Zahlungen wieder zu ordnen und verlässlich zu leisten. Im Mittelpunkt stehen Fixkosten wie Miete, Energie und laufende Verpflichtungen. Gerade bei knappen Mitteln entscheidet diese Verlässlichkeit darüber, ob die Wohnung gesichert bleibt und ob zusätzliche Kosten durch Mahnungen und Verzugsfolgen vermieden werden können.

Bei Kontoinhaber:innen, die das Angebot bereits nutzen, beschreibt die IHS-Studie 2025 eine spürbare Entlastung durch das Betreute Konto. Nutzer:innen gewinnen eine Übersicht über Ausgaben und berichten von mehr Sicherheit im Alltag. Finanzielle Sorgen nehmen ab, das Stressniveau sinkt, und die eigene finanzielle Kompetenz wird höher eingeschätzt.

Was abhält und was hilft

Die Studie zeigt aber auch, warum Betroffene das Angebot zunächst oft nicht nutzen. Genannt werden Vorbehalte wie Angst vor Stigmatisierung, Sorge um Autonomieverlust oder die Befürchtung, nicht ausreichend über das eigene Geld verfügen zu können. In der praktischen Nutzung relativieren sich diese Befürchtungen laut Studie zumeist – die Vorteile überwiegen. Das zeigen auch Rückmeldungen der Nutzer:innen: So trauen sich zum Beispiel 66 % der Befragten wieder, die Post zu öffnen. 72 % geben an, weniger Mahngebühren bezahlen zu müssen und 76 % geht es insgesamt besser.

Um Vorbehalten wie Scham oder befürchtetem Autonomieverlust entgegenzuwirken, wurden aus den Ergebnissen mögliche Maßnahmen formuliert, die den Einstieg in das Angebot erleichtern und die Abläufe dahinter leicht verständlich machen. Dazu zählen kompakte, klar strukturierte Hinweise beim Kontoeröffnungsgespräch und vertrauensbildende Videos. Ein weiterer Fokus liegt darauf, existierende Maßnahmen breiter bekannt zu machen.

„Ich traue mich wieder, meine Post zu öffnen. Das Betreute Konto ist eine totale Entlastung.“

Ein Kunde der FSW Schuldenberatung

Klaus F. | Kunde des Betreuten Kontos

Privatkonkurs und Finanzbildung

Besteht bereits eine Überschuldung, unterstützt die Schuldenberatung im Rahmen von Privatkonkursverfahren mit dem Zahlungsplankonto dabei, vereinbarte Zahlungen verlässlich zu organisieren und Zahlungsausfälle früh sichtbar zu machen. So bleibt der Zahlungsplan auch im Alltag nachvollziehbar und umsetzbar. Rund 270 Kund:innen nutzen das Zahlungsplankonto.

Damit Angebote wie das Betreute Konto oder ein begleiteter Privatkonkurs möglichst gar nicht erst zum Einsatz kommen müssen, setzt die FSW Schuldenberatung mit der Finanzbildung schon bei Jugendlichen an. Seit fünf Jahren wird der Finanzführerschein an Fachmittelschulen und Polytechnischen Schulen angeboten und vermittelt jungen Menschen einen sicheren Umgang mit Geld. 15.910 Schüler:innen haben den FSW-Finanzführerschein seit seinem Start 2020 bereits erfolgreich absolviert. Auch im Rahmen des Judgendcolleges Wien ist der Finanzführerschein ein wichtiger Bestandteil. Das Jugendcollege unterstützt junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren, die asylberechtigt oder subsidiär schutzberechtigt sind, bei ihrer Integration in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft.

Mehr Informationen unter

www.schuldenberatung.wien/