Unterstützung für geflüchtete und vertriebene Menschen

2025 fokussieren der Fonds Soziales Wien (FSW) und seine Partnerorganisationen vermehrt auf die Kernleistungen der Wiener Grundversorgung. Die Projekte CONSOLIDATE sowie College 25+ laufen weiter und FSW Obdach bezieht im Sommer ein neues Grundversorgungsquartier in Penzing.

Während die Zahl der grundversorgten Personen in Wien 2025 durch veränderte politische Rahmenbedingungen kontinuierlich sinkt, bleibt das Ankunftszentrum und Notquartier Schlossberg bis zur Schließung Anfang Jänner 2026 das wichtigste Ankunftszentrum für vertriebene Menschen aus der Ukraine. Insgesamt werden im Vorjahr dort 5.600 Besuche verzeichnet.

Neues Grundversorgungsquartier von FSW Obdach

FSW Obdach hat im Sommer 2025 ein neues Objekt in der Flüchtlingshilfe bezogen: Das Obdach Dreyhausenstraße im 14. Bezirk ersetzt nach Auslaufen des dortigen Mietvertrags das Obdach Handelskai mit 100 Plätzen für Familien, Alleinerziehende und Alleinstehende. Durch die Übersiedlung entstehen – etwa bei Vernetzungen – Synergieeffekte mit Obdach Grundversorgung mobil in der fußläufig erreichbaren Ameisgasse. Hier wie dort stellen Vertriebene aus der Ukraine mit 56 Personen mehr als die Hälfte der Bewohner:innen. Auch 37 Minderjährige wohnen mit ihren Familien im Obdach Dreyhausenstraße, davon 27 schulpflichtige Kinder. Jung und Alt helfen einander aber über alle Nationalitäten hinweg in Alltagsangelegenheiten. Dabei unterstützt auch das Team in Sachen Verständigung und Zukunftsperspektiven, etwa mit der Vermittlung von Deutschkursen. Auch die physische und psychische Gesundheit stehen im Fokus der Betreuung.

Fassade Obdach Dreyhausenstraße

Projekt CONSOLIDATE beleuchtet Wohnperspektiven

Gemeinsam mit der Stadt Wien – Integration und Diversität (MA 17) setzt die Wiener Flüchtlingshilfe das vom AMIF (Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds) geförderte Projekt CONSOLIDATE weiter um, in dessen Rahmen auch eine qualitative Kund:innenbefragung durchgeführt wurde. Befragt wurden Personen in Wien, die Leistungen der Grundversorgung in Anspruch nehmen oder in der Vergangenheit bezogen haben. Ziel war, die Perspektiven der Betroffenen auf ihre Wohn- und Lebenssituation in Wien zu erfassen und daraus Hinweise auf Verbesserungspotenziale in der Unterstützungsstruktur abzuleiten. Die Befragungsergebnisse zeichnen ein positives Bild: So sind etwa 81 % der befragten Asylwerber:innen in stationären Einrichtungen mit der aktuellen Wohnsituation zufrieden, 94 % sind mit der Betreuung durch die Mitarbeiter:innen zufrieden.

Im Rahmen des Projektes wird eine Maßnahme zur Verbesserung der digitalen Informationsbereitstellung auf der FSW-Website flüchtlinge.wien umgesetzt. Neben der Bereitstellung strukturierter Informationen, insbesondere zum Thema Wohnen, soll auch ein Wegweiser für geflüchtete Menschen entstehen, der niederschwellige und verständliche Orientierung bietet. Das Projekt läuft bis Februar 2027.

Förderlogo der EU

Weiterführung des College 25+

Das Projekt College 25+ – eine Kooperation der Wiener Volkshochschulen, Caritas und Volkshilfe Wien – ist ebenfalls 2025 weitergeführt worden. Neben der Stadt Wien – Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht (MA 40), dem FSW und dem Wiener Arbeitnehmer:innen Förderungsfonds (waff) war auch das AMS als wichtiger Kooperationspartner mit an Bord. Neben der Kofinanzierung durch die MA 40 und den FSW wurden Mittel des ESF+ (Europäischer Sozialfonds Plus) über den waff abgerufen. Das Projekt richtet sich an Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte über 25 Jahre, die beim AMS Wien arbeitslos gemeldet sind, sowie Asylwerbende über 25 Jahre, die Grundversorgung in Wien erhalten. 

Das Projekt soll der Armutsgefährdung bzw. -betroffenheit der Zielgruppen entgegenwirken. Der Fokus liegt dabei auf der Förderung von Integration sowie der Verbesserung von Beschäftigungsfähigkeit und Erwerbschancen. Das Projekt läuft bis Ende 2026. Mehr erfahren

Interessant zu wissen ...

Hilfs- und schutzbedürftige Menschen, die in Österreich um Asyl ansuchen oder den Vertriebenenstatus zuerkannt bekommen, erhalten im Rahmen der Grundversorgung Unterstützung, um Grundbedürfnisse ihres täglichen Lebens rasch decken zu können. In Wien ist der Fonds Soziales Wien (FSW) für die Umsetzung der Grundversorgung zuständig. 2025 wurden 35.590 Asylsuchende unterstützt.