Pflegeberatung, wo die Menschen sind

Red ma‘ drüber! Mit der „Wiener Pflege-Couch“ bringt der Fonds Soziales Wien (FSW) 2025 Beratung, Austausch und Information auf der Couch direkt zu den Menschen und schafft damit neue Zugänge zu einem zentralen Thema.

Eine Couch, ein offenes Ohr und Zeit für Gespräche: Mit diesem bewusst niederschwelligen Ansatz startet der Fonds Soziales Wien im April 2025 ein neues Format. 

Ein Wohnzimmer mitten in der Stadt

Die Wiener Pflege-Couch macht an stark frequentierten Orten Halt und lädt Wiener:innen ein, gemütlich Platz zu nehmen und über Pflege- oder Betreuungsthemen zu sprechen.

Das Wohnzimmer-Setting schafft eine entspannte Atmosphäre, in der auch Fragen gestellt werden können, die sonst oft aufgeschoben werden. Monatlich wechselnde Themenschwerpunkte – von Unterstützung für pflegende Angehörige über Ausbildung bis zu Wohnen und Pflege im Alter – machen die Pflege-Couch zu einer beliebten, mobilen Anlaufstelle.

Alltagsnahes Dialogformat

Der Auftakt im April im Donauzentrum zeigt, wie groß der Informationsbedarf ist. In den folgenden Monaten macht die Pflege-Couch unter anderem im Gesundheitszentrum Mariahilf, am Reumannplatz und im Strandbad Gänsehäufel Halt. Selbst in einem Schulsetting wird das Format erfolgreich genutzt, um Jugendliche über Ausbildungswege in der Pflege zu informieren.

Von links nach rechts: Ernst Nevrivy (Bezirksvorsteher Donaustadt), Peter Hacker (Stadtrat für Soziales, Gesundheit und Sport), Susanne Winkler (Geschäftsführerin Fonds Soziales Wien), Josef Taucher (Vorsitzender des SPÖ-Klubs im Wiener Gemeinderat und Landtag GRA Klima, Umwelt, Demokratie und Personal (Mitglied))
Besuchten den Auftakt der Wiener Pflege-Couch im Donauzentrum (von links nach rechts): Ernst Nevrivy (Bezirksvorsteher Donaustadt), Peter Hacker (Stadtrat für Soziales, Gesundheit und Sport), Susanne Winkler (Geschäftsführerin Fonds Soziales Wien), Josef Taucher (Vorsitzender des SPÖ-Klubs im Wiener Gemeinderat und Landtag)

Die Themen orientieren sich am Alltag der Wiener:innen: psychosoziale Unterstützung für pflegende Angehörige, Einstieg in Pflegeberufe, Vielfalt in der Pflege oder Wohn- und Betreuungsangebote im Alter. Partnerorganisationen und Bildungseinrichtungen bringen ihre Expertise ein und erweitern die Perspektiven. So entsteht ein Dialogformat, das Information und Sensibilisierung miteinander verbindet.

Erfolgreicher Start – Fortsetzung folgt

Mehr als 250 Beratungen im ersten Jahr zeigen, wie wichtig niederschwellige Informationsangebote sind. Die Wiener Pflege-Couch unterstützt dabei, Menschen frühzeitig zu erreichen, Vorurteile abzubauen und den Dialog über Pflege zu stärken. Ein besonderer Höhepunkt ist der Abschluss der Wiener Pflege-Couch im Rahmen des Wiener Tags der Pflege im September, bei dem das Thema Pflege auch öffentlich sichtbar und erlebbar gemacht wird. 

2026 wird das Format fortgesetzt und weiterentwickelt – mit dem Ziel, noch mehr Wiener:innen zu erreichen und Pflege als gemeinsames Thema in der Mitte der Gesellschaft zu verankern.

Netzwerk für pflegende An- und Zugehörige im Regelbetrieb

Weil die Pflege eines nahestehenden Menschen nicht selten eine Herausforderung für die An- und Zugehörigen bedeutet, haben die FSW Pflege- und Betreuungsdienste im Jänner 2024 das Netzwerk für pflegende An- und Zugehörige ins Leben gerufen.

Nach einer Projektphase ist das Angebot, das pflegende An- und Zugehörige unmittelbar in ihren täglichen Aufgaben und Herausforderungen unterstützt, seit 2025 im Regelbetrieb. Seit Bestehen wird es stetig an die Bedarfe der Kund:innen angepasst. Das betrifft zum einen die Wissensformate und Themenauswahl, die von Krankheitsbildern, über rückenschonendes Umlagern bis hin zu Selbstfürsorge reicht.

Zum anderen geht es darum, das Angebot so zugänglich und barrierefrei wie möglich zu gestalten: So sorgen seit 2025 Sprechstunden in den Bezirksvorstehungen dafür, dass das kostenlose Angebot wohnortnah und leicht verfügbar ist. Die Vortrags- und Workshoptätigkeit der Expert:innen des Netzwerks für pflegende An- und Zugehörige in Unternehmen wie Wiener Wohnen, ermöglicht Betroffenen ebenfalls einen niederschwelligen Zugang.

„Für pflegende An- und Zugehörige gibt es nicht die eine Lösung, um ihren Alltag zu vereinfachen. Gefragt ist die individuelle Abklärung der Situation und ein maßgeschneiderter Mix aus Unterstützungsangeboten, Wissen und einer Hands-on-Begleitung zu Hause.“

Portätfoto Astrid Pfeffer

Astrid Pfeffer | Leiterin Netzwerk für pflegende An- und Zugehörige

Der Erfolg kann sich sehen lassen: Neben der steigenden Nachfrage wird das Angebot im Herbst 2025 auch mit dem Gesundheitspreis der Wiener Gesundheitsförderung – WiG in der Kategorie „Gesund im Grätzel“ ausgezeichnet.

Weitere Informationen zum Netzwerk für pflegende An- und Zugehörige

pflegende-angehoerige.wien/

Aktuelle Termine der Wiener Pflege-Couch

www.fsw.at/p/pflege-couch-2026